Booktropes sind ein sehr heikles Thema, zumindest lösen diese öfters hitzige Diskussionen aus.
Ich möchte hier mal meine bescheidene Meinung zu diversen Tropes niederschreiben.
Also meine absoluten Favoriten und No-Gos. Nicht gemochte Tropes sollen jedoch nicht als Angriff gewertet werden, da es jediglich meine Meinung ist. ☺
Liebe auf den ersten Blick

Dieser Trope spricht mich nicht besonders an. In den meisten Geschichten empfinde ich die Annäherung entweder als zu überstürzt oder als ein wenig zwanghaft. Es erscheint mir unrealistisch, dass sich eine Person auf den ersten Blick verliebt und dann krampfhaft versucht, immer wieder auf die andere Person zu treffen.
Persönlich hege ich auch Zweifel an der Existenz der “Liebe auf den ersten Blick” und neige eher dazu, von einer anfänglichen Anziehung zu sprechen. Dieser Trope erscheint mir daher möglicherweise einfach weniger fesselnd als für jene, die an diese magischen Momente glauben oder sie bereits erlebt haben.
Enemies to Lovers

“Enemies to Lovers” ist ein Trope, der mir ausserordentlich zusagt, besonders wenn er geschickt inszeniert wird. Für mich gewinnt diese Dynamik an Reiz, wenn es authentische und nachvollziehbare Gründe gibt, warum die beiden Charaktere zu Beginn Feinde sind. Persönlich empfinde ich Mobbing und extreme Misshandlungen als unpassend, es sei denn, sie werden in ein Dark Romance Buch erzählt.
Das Besondere an diesem Trope ist für mich, dass die Charaktere oft aufgrund äusserer Umstände oder ihrer jeweiligen Welten in Feindschaft geraten. Beispielsweise können zwei Nationen, die grundsätzlich im Konflikt miteinander stehen, dazu führen, dass die Hauptcharaktere automatisch zu Gegnern werden und sich gegenseitig bekämpfen. Ich finde, dass dieser Trope eine enorme Spannungsdynamik mit sich bringt, die die Geschichte vorantreiben und mich fesseln kann.
Friends to Lovers

Friends to Lovers ist für mich ein wunderbarer Trope. Es vermittelt das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Vielleicht liegt es daran, dass sich meine eigene Beziehung damals auf diese Weise entwickelt hat. Aber wer schätzt nicht gute Freundschaften? Und wenn man dann auch noch seinen besten Freund als Lebenspartner hat, ist das wirklich etwas Schönes! Solange man nicht von Anfang an merkt, dass beide Charaktere tiefgreifende Gefühle füreinander hegen und diese durch ein einfaches Gespräch ohne Konflikte klären können, bleibt es eines meiner absoluten Lieblings-Tropes.
Fake Beziehung

Eine Fake-Beziehung in einem Buch zu gestalten finde ich äußerst anspruchsvoll. Möglicherweise liegt meine es daran, dass ich bisher kein Buch mit diesem Motiv gefunden habe, das mich wirklich überzeugt hat. Oftmals scheint es, als würden die beiden Hauptfiguren sofort perfekt zueinander passen, oder es entwickelt sich eher zu einer “Enemies to Lovers”-Geschichte. Ich kann ehrlich gesagt nicht einmal vorstellen, in welchen Situationen dieses Fake-Beziehungs-Trope nicht steif und klischeehaft wirken würde. Es erinnert mich häufig an typische Weihnachtsfilme, in denen die Tochter oder der Sohn vorspielen muss, nicht allein zu sein – eine Handlung, die mir zu oft begegnet ist und wenig Authentizität ausstrahlt.
Love Triangle

Ein Love Triangle kann besonders fesselnd sein, insbesondere in Fantasy-Welten oder in romantischen Geschichten, in denen der Hauptcharakter ein eigenes, vielschichtiges Leben führt. Ich schätze es, wenn die Charaktere mehr sind als nur Mittel zum Zweck für Schmetterlinge im Bauch der Leser*innen. Geschichten, in denen alle Figuren wie lebendige Wesen mit eigenen Interessen und einem eigenständigen Leben erscheinen, sprechen mich mehr an.
Ich finde, dass Love Triangles besonders gelungen sind, wenn die Charaktere tatsächlich ein eigenes Leben führen und nicht nur darauf reduziert werden, romantische Interessen des Hauptprotagonisten zu sein.
In Büchern, in denen die potenziellen Partner*innen des Hauptcharakters flach und unrealistisch wirken, verliere ich oft das Interesse. Es erscheint künstlich, wenn die Handlung nur aus kitschigen oder sinnlichen Szenen besteht, ohne dass die Charaktere noch andere Ziele und Ambitionen verfolgen.
Jedoch, wenn eine echte Geschichte und eine durchdachte Welt involviert sind, und die Charaktere nachweislich noch andere Ziele haben als nur die Liebe zu finden, dann finde ich es äusserst ansprechend. In solchen Fällen wird das Love Triangle zu einem faszinierenden Element, das die Geschichte bereichert und die Leser*innen tiefer in die Welt und die Persönlichkeiten der Charaktere eintauchen lässt
Habt ihr auch Top Favoriten unter den Tropes, oder gar No-Gos? Oder gibt es welche, die ihr non Stopp verschlingen könntet?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen, freue mich immer auf eine Diskussion.